Am heutigen Montag, 14. September, hat die Europaabgeordnete Tilly Metz ihre Fotoausstellung „Ënner der Uewerfläch“ in der City Concorde eröffnet. Bei der Ausstellung sind Fotos des Fotografens Pablo Ernesto Piovano zu sehen, der sich mit den Auswirkungen von Pestizideinsatz auf Menschen und Umwelt beschäftigt. Bis 27. September kann man die Ausstellung besuchen.
Anlass der Organisation der Ausstellung ist Frau Metz aktuelle Arbeit am sogenannten „Food and Feed Omnibus“. Die Europäische Kommission will mit diesem Dossier, das Teil des „Vereinfachungs“-Kurses ist, zahlreiche Vorschriften im Lebensmittel- und Futtermittelbereich ändern. Besonders umstritten sind die geplanten Änderungen bei der Zulassung von Pestiziden. Statt die bestehenden Zulassungen nach zehn bis fünfzehn Jahren erneut einer wissenschaftlichen Bewertung zu unterziehen, sollen Zulassungen für die überwiegende Mehrheit der Wirkstoffe künftig unbefristet gelten. Die Kommission begründet die geplante Änderung unter anderem mit dem Rückstau bei den Zulassungsverfahren. Die zuständigen Behörden seien personell unterbesetzt und die Erneuerung von Zulassungen dauere zu lange.
Tilly Metz kritisiert, dass Behörden nicht entlastet werden sowie das Verfahren, mit dem die Kommission ihren Vorschlag vorgelegt hat: Angesichts der weitreichenden Änderungen am Pestizid-Zulassungssystem sei es problematisch, dass keine umfassende Folgenabschätzung vorgenommen und nicht alle relevanten Interessenträger:innen umfassend konsultiert wurden.
Als Mitglied des Umweltausschusses und erste Vize-Präsidentin des Gesundheitsausschusses, kommentiert sie:
„Pestizide sind kein abstraktes politisches Thema. Sie haben konkrete Auswirkungen auf Menschen, Tiere und unsere Umwelt. Die Bilder von Pablo Ernesto Piovano machen sichtbar, was allzu oft unsichtbar bleibt. Genau deshalb müssen wir auch bei der europäischen Gesetzgebung hinschauen und dürfen den Schutz von Gesundheit und Umwelt nicht dem Etikett der ‚Vereinfachung‘ opfern.
Vereinfachung darf nicht heißen, dass wir bei der Sicherheit von Lebensmitteln, unserer Gesundheit und dem Schutz unserer Umwelt Abstriche machen. Genau das droht aber, wenn Pestizidzulassungen künftig für einen Großteil der Wirkstoffe unbefristet gelten sollen. Wissenschaftliche Erkenntnisse entwickeln sich weiter, ebenso wie unser Wissen über die Auswirkungen von Pestiziden. Deshalb müssen Wirkstoffe regelmäßig neu bewertet werden.
Anstatt Landwirtinnen und Landwirten weiterhin den Einsatz chemischer Stoffe zuzumuten, müssen wir den Übergang zu nachhaltigeren Anbausystemen beschleunigen. Die Kommission sollte deshalb eine echte Schnellspur für sichere Alternativen wie Biopestizide schaffen und den integrierten Pflanzenschutz fördern. Denn wenn wir mit Pestiziden weiterhin Böden und Umwelt belasten und die Gesundheit der Landwirtinnen und Landwirte gefährden, schaffen wir keine langfristige Ernährungssicherheit. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht gesunde Böden, intakte Ökosysteme und gesunde Menschen.“