Abstimmung zur Agrarreform: Veggie-Burger-Streit vorerst beendet, Vertragsreform beschlossen


Am heutigen Dienstag, 16. Juni 2026, hat das Europäische Parlament über das im Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission ausgehandelte Ergebnis zum Bericht über die Stärkung der Position der Landwirtinnen und Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette abgestimmt. Während Frau Metz und die Fraktion der Grünen/EFA gegen den Bericht stimmten, wurde dieser dennoch mit Mehrheit angenommen.

Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission zielte darauf ab, die Position der Landwirtinnen und Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette zu stärken – insbesondere durch verpflichtende schriftliche Verträge und transparente, kostendeckende Preisbildungsmechanismen. Auch der ursprüngliche Standpunkt des Europäischen Parlaments hielt diese Linie weitgehend aufrecht. Im Verlauf der Trilogverhandlungen wurde der Vorschlag jedoch deutlich abgeschwächt. Insbesondere wurden bestehende Schlupflöcher – etwa im Bereich der Milchgenossenschaften – auf Druck des Rates ausgeweitet, wodurch zentrale Elemente der Reform an Wirksamkeit einbüßten. Parallel dazu wurde der politische Prozess zunehmend von einer symbolischen Debatte über Produktbezeichnungen wie „Veggie-Burger“ überlagert.

Tilly Metz, stellvertretendes Mitglied im Landwirtschaftsausschuss, kommentiert:

„Im Jahr 2026 wissen wir eigentlich alle – auch konservative Politikerinnen und Politiker –, dass ein hoher Fleischkonsum aus Umwelt-, Klima- und Gesundheitsperspektive auf Dauer nicht tragbar ist. Doch anstatt Alternativen zu unterstützen, wird derzeit wirklich alles getan, um der Fleischlobby die Taschen zu füllen.

Auch wenn wir den „Veggie-Burger“ noch retten konnten – Kennzeichnungsverbote für pflanzliche Ersatz-Produkte wie „Steak“ oder „Foie Gras“ tragen nichts zur Verbesserung der Einkommen von Landwirtinnen und Landwirten bei – dem eigentlichen Zweck des Berichts. Sie verursachen hingegen unnötige Umstellungskosten für Hersteller pflanzlicher Produkte sowie zusätzlichen Aufwand für Supermärkte, ohne Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Mehrwert an Information zu bieten.

Gerade jetzt, wo Landwirtinnen und Landwirte unter enormem Druck stehen, ist es absurd, dass die Debatte über die Bezeichnung von Veggie-Burgern in den letzten Monaten wichtiger schien, als die Stärkung derjenigen, die die Rohstoffe für diese Produkte liefern.

Symbolpolitik auf Kosten echter Verbesserungen muss endlich ein Ende haben. Anstatt Energie in Kulturkämpfe zu verschwenden, sollten wir uns darauf konzentrieren, dass Landwirtinnen und Landwirte unter faireren Bedingungen arbeiten und Europa zuverlässig mit Lebensmitteln versorgen können.

Im Rahmen der Verhandlungen über die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik könnte diese Debatte wieder aufkommen. Ich hoffe sehr, dass die Ressourcen dieses Mal sinnvoller eingesetzt werden, statt Zeit und Geld in Alternativen zu Wurst, Bacon & Co. zu investieren – für einen solchen Unsinn wurden wir nicht gewählt.“

 

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