EU-Chemikalienregeln: Tilly Metz kritisiert unvollständigen Gesundheitsschutz


Das Europäische Parlament hat heute sein Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat über den Chemikalien-Omnibus verabschiedet, der auch einen Abschnitt zu Kosmetika enthält.

Tilly Metz und die Fraktion der Grünen/EFA begrüßen die Verbesserungen, die das Parlament an den Vorschlägen der Kommission vorgenommen hat, insbesondere im Hinblick auf die Beibehaltung des bestehenden Verbots von CMR-Stoffen (krebserregend, mutagen und reproduktionstoxisch). Diese Abstimmung stellt jedoch auch ein Scheitern dar. Zum einen, weil die Industrie künftig Kosmetika mit krebserregenden Stoffen noch ein Jahr lang auf den Markt bringen darf, nachdem diese als gefährlich eingestuft wurden. Das ist ein Versagen beim Schutz der Gesundheit der Europäerinnen und Europäer.

Zum anderen war dieser Text eine Gelegenheit, ein ambitioniertes Signal zu senden und PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien, sowie endokrine Disruptoren in Kosmetika zu verbieten, wie wir es in unseren Änderungsanträgen vorgeschlagen hatten. Diese wurden jedoch alle abgelehnt.

Tilly Metz, Mitglied des Umweltausschusses, kommentiert:

Viele Menschen machen sich zu Recht Sorgen darüber, welche Stoffe sie täglich über Kosmetika aufnehmen – sei es über die Haut, durch Einatmen oder sogar unbeabsichtigtes Verschlucken. Produkte wie Lippenstift, Zahnpasta oder Parfum dürfen keine krebserregenden Chemikalien enthalten.

Das EU-Parlament kann sich zugutehalten, den gefährlichsten Vorschlag der Kommission beseitigt zu haben, indem es ein vollständiges Verbot der Verwendung sogenannter CMR-Stoffe in Kosmetikprodukten wiederhergestellt hat.

Doch die heutige Abstimmung ist auch ein Eingeständnis von Schwäche: Wenn es um den Schutz der Gesundheit der Europäerinnen und Europäer geht, scheint die EU nur noch zurückzuweichen, statt voranzugehen. Ein Jahr, das der Industrie gewährt wird, um Produkte auf den Markt zu bringen, die als gefährlich erkannt wurden, ist ein Jahr mehr mit Krebsfällen, Fruchtbarkeitsproblemen und Störungen des Hormonsystems in Europa. Gesundheitsschutz muss endlich konsequent präventiv gedacht werden. Statt Risiken im Nachhinein zu regulieren, muss die EU verhindern, dass gefährliche Stoffe überhaupt in Umlauf kommen.

Der Versuch, die chemische Industrie durch Deregulierung zufriedenzustellen, bedeutet, eine gesundheitspolitische Zeitbombe weiter anwachsen zu lassen, deren Explosion erhebliche Folgen in Form von Leid und Gesundheitskosten haben wird. Es ist dringend notwendig, alle gefährlichen Chemikalien in Kosmetika zu verbieten.“

 

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