Bericht zur Wohnraumkrise: Verpasste Chance für Schutz von bezahlbarem Wohnraum


Am heutigen Dienstag, 10. März 2026, haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments den Bericht des Wohnungsausschusses zur Wohnraumkrise in der Europäischen Union angenommen, der am 09. Februar vom Ausschuss mehrheitlich verabschiedet wurde und dem die Veröffentlichung des ersten Europäischen Aktionsplan für bezahlbaren Wohnraum der Europäischen Kommission im Dezember folgt. Die Berichterstattung für den Bericht hatte ein Mitglied der konservativen EVP-Fraktion inne.

Für die Fraktion der Grünen/EFA stellt der Bericht eine verpasste Chance dar. Tilly Metz hat gegen den Bericht gestimmt und kommentiert:

„Wohnraum nicht als Grundrecht, sondern als Finanzanlage zu sehen, ist eine politische Entscheidung – und genau dafür haben sich heute eine Mehrheit der Abgeordneten, angeführt von der konservativen EVP-Fraktion, der auch die CSV angehört, entschieden. Explodierende Mieten und Wohnungskrise sind kein Schicksal, sondern hausgemacht.

Gerade in Luxemburg spüren wir die Folgen besonders deutlich: explodierende Preise, massive Spekulation und immer mehr Menschen, die sich kein angemessenes Zuhause mehr leisten können.

Der Bericht erkennt die tatsächlichen Probleme der Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum nicht an, sondern verschlimmert die Wohnraumkrise. Wir brauchen verbindliche Regeln für langfristig bezahlbaren Wohnraum, wirksame Mittel gegen Spekulation, gegen Kommerzialisierung des Wohnraums und die Ausbreitung von Kurzzeitvermietungen sowie eine klare Priorisierung von öffentlichem, gemeinnützigem und begrenzt gewinnorientierten Wohnungsbau.

Es ist ein Armutszeugnis für regierende konservative Parteien wie die CSV, dass sie sich eher um die Profite großer Immobilienriesen kümmern als um die Sorgen der Mieterinnen und Mieter. Für uns Grüne ist klar:  Häuser sind für Menschen da – nicht für gierige Konzerne. Die EU-Kommission muss Spekulation eindämmen, Kurzzeitvermietungen begrenzen und Investitionen in öffentlichen sowie gemeinnützigen Wohnungsbau mobilisieren – etwa durch einen EU-Wohnungsbaufonds. Niemand in der EU sollte mehr als 30 Prozent seines Monatseinkommens für Wohnkosten aufbringen müssen.

Weitere Informationen zu den von den Grünen/EFA vorgeschlagenen Lösungen zur Bekämpfung der Wohnraumkrise: https://www.greens-efa.eu/fighting-for-you/housing/

All d'Aktualitéit

IWWERT MECH

Tilly Metz »

Kontakt

Tilly Metz