Heute, Dienstag, 16. Dezember, wird die Europäische Kommission ihr Automobilpaket vorstellen, das aus vier zentralen Initiativen besteht: Die Überprüfung der CO2-Standards für Pkw und Transporter, für die sich die konservative EVP-Fraktion stark eingesetzt hatte und inmitten starken Lobbyeinflusses rasch vorangetrieben wurde, birgt das Risiko, das Ziel emissionsfreier Fahrzeuge bis 2035 infrage zu stellen und die vollständige Umstellung auf E-Mobilität mit voller Geschwindigkeit voranzutreiben. Das könnte Investoren abzuschrecken und die Produktion erschwinglicher Elektroautos in Europa gefährden. Die Initiative „Greening Corporate Fleet“ sieht vor, dass Unternehmen beim Kauf neuer Fahrzeuge eine Vorreiterrolle bei der Umstellung auf null Emissionen einnehmen, was den Markt für europäische Elektroautos stärkt. Das Automobil-Omnibuspaket, inklusive der Initiative für kleine und bezahlbare Fahrzeuge, zielt darauf ab, Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu erschwinglichen E-Autos zu erleichtern, darf dabei aber keine Sicherheitsstandards unterlaufen. Die Battery Booster Strategy soll Europas strategische Autonomie bei Batterien sichern, Arbeitsplätze schaffen und die Produktion von nachhaltigen Batterien in Europa stärken.
Tilly Metz, stellvertretendes Mitglied des Transportausschusses, kommentiert:
„Die Konservativen, inklusive CSV, übergeben die Schlüssel der europäischen Autoindustrie an China. Indem sie auf veraltete Technologien setzen, gefährden sie europäische Arbeitsplätze und die industrielle Führungsrolle Europas. Die elektrische Revolution findet jetzt statt – Europa muss entscheiden, ob es daran teilhaben will oder nur zuschaut.
E-Autos sind die pro-Konsument*innen-Lösung. Über den Lebenszyklus betrachtet, sind sie günstiger als Verbrenner. Plug-in-Hybride hingegen stoßen in der Realität fast fünfmal so viel CO₂ aus wie vom Hersteller angegeben und verursachen zusätzliche Kosten für die Fahrer*innen. Entscheidend ist, dass die Produktion nachhaltiger, ressourcenschonenden Batterien in Europa gestärkt wird.
Europa muss strategische Autonomie bei Batterien aufbauen und klar investieren, um die Produktion von E-Autos – und damit Arbeitsplätze – in Europa zu sichern. Gleichzeitig darf das Ziel, dass Pkw und Transporter bis 2035 emissionsfrei fahren, nicht verwässert werden. Wir brauchen E-Autos, die in Europa produziert werden, Investitionen in Batterietechnologie und Ladeinfrastruktur sowie klare Regeln, die Industrie, Beschäftigung und Verbraucher*innen schützen.
Luftverschmutzung kostet in der EU jährlich bis zu 180.000 Menschen das Leben, in Luxemburg mehrere hundert. CO₂-Emissionen machen das Leben in unseren Städten zunehmend zum Gesundheitsrisiko: 95 % der Stadtbewohner*innen sind Schadstoffwerten ausgesetzt, die deutlich über den von der WHO empfohlenen Grenzwerten liegen. Das muss sich ändern!“