Pressemitteilung

Tiertransporte in der EU: Europäisches Parlament zieht ernüchterndes Fazit und fordert rasche Verbesserung der Lage

Am heutigen Donnerstag hat das Europäische Parlament mit einer großen Mehrheit einen Umsetzungsbericht zur europäischen Gesetzgebung über den Schutz von Tieren beim Transport angenommen. Das ernüchternde Fazit: die von 2005 stammende Direktive wurde in nahezu allen Mitgliedstaaten mangelhaft umgesetzt und gravierende Verstöße sind in dieser Industrie noch immer gängig. Vor allem die immer längeren Transportzeiten, der Transport sehr junger oder schwacher Tiere und der Export lebendiger Tiere nach Nicht-Mitgliedstaaten werden als problematisch identifiziert. Der Umsetzungsbericht begnügt sich nicht mit einer bloßen Bestandsaufnahme, sondern stellt auch klare Forderungen an die EU-Kommission und an die Mitgliedstaaten. Neben einer verbesserten Umsetzung bestehender Normen soll es schnellstmöglich zu einer Verbesserung des Gesetzestextes kommen; verbesserte Fitness-Checks vor dem Transport, Minimierung des Exportes lebendiger Tiere und strengere Strafen bei Verstößen.

Die grüne Europaabgeordnete Tilly Metz begrüßt die heutige Abstimmung:

„Das Europäische Parlament hat sich heute klar für einen verbesserten Schutz der Tiere bei Transporten ausgesprochen und auf das Versagen der Kommission und der Mitgliedstaaten in dieser Hinsicht hingewiesen. Es ist erfreulich, dass dieser Bericht breite Zustimmung im Parlament bekommen hat. Dies beweist einerseits, dass ein besserer Umgang mit sogenannten Nutztieren eine partei-übergreifende Forderung ist und anderseits, dass die Lage punkto Tiertransporte wirklich dramatisch ist. Nun liegt der Ball bei der EU-Kommission und bei den Mitgliedstaaten. Wir fordern die EU-Kommission dazu auf, Vertragsverletzungsverfahren gegen jene Mitgliedstaaten einzuleiten, welche die europäischen Vorgaben nur mangelhaft umgesetzt haben.

Die Verbindung zur Gemeinsamen Agrarpolitik darf nicht vergessen werden. Die Förderung von Billigfleisch in ganz Europa und ein Überschuss an Produktion bedeuten auch immer mehr Transporte. Deswegen setzen wir Grünen uns im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union für ein Ende der Massentierhaltung und der grenzenlosen Produktivität ein.“

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